Yearly Archives: 2010

Ohne Mampf kein Kampf

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Gut 50.000 Demonstranten werden zum Castorprotest im Wendland erwartet – ziemlich viele hungrige Mägen. Doch die Protestküchen sind gut vorbereitet.

Schwerter zu Kochlöffeln: Prostestkoch Wam Kat (rechts) und sein Mitstreiter Rijn im Camp X-tausend-mal-quer im Wendland – bevor das große Kochen anfing Foto: Timo Vogt / randbild

Schwerter zu Kochlöffeln: Prostestkoch Wam Kat (rechts) und sein Mitstreiter Rijn im Camp X-tausend-mal-quer im Wendland – bevor das große Kochen anfing Foto: Timo Vogt / randbild

Kartoffelpüree mit gebackenem Fenchel und Salat ist Wam Kats “Wendland Spezial”. “Wenn du das gegessen hast”, sagt der Protestkoch, “dann bist du so satt, dass du nie wieder aufstehen willst.” Der Holländer kocht für das Kollektiv Rampenplan im X-tausendmal-quer-Camp in Gedelitz, wenige Kilometer vom Zwischenlager für hochradioaktiven Atommüll entfernt. Dort also, wo vor allem die Sitzblockierer übernachten werden. Seine Gerichte sollen die Demonstranten lang anhaltend sättigen, sie sollen lange durchhalten können.

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Die Endlagerfreunde von Gorleben

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Mehr als 50.000 wollen gegen den Castor-Transport demonstrieren. Doch im Wendland sind längst nicht alle gegen das geplante Endlager für Atommüll.

Uwe Leitner ist Atomkraftbefürworter der ersten Stunde Foto: Timo Vogt

Uwe Leitner ist Atomkraftbefürworter der ersten Stunde. "Alles ganz harmlos", sagt er. Foto: Timo Vogt / randbild

Gestritten wird im Wendland schon lange nicht mehr. “Im Gegenteil”, sagt Uwe Leitner. “Man sagt sich freundlich Guten Tag.” Zu Beginn, Ende der 1970er Jahre, war das noch anders. Als Niedersachsens Ministerpräsident Ernst Albrecht Gorleben als Standort eines nuklearen Entsorgungszentrums bestimmte, kam es zwischen Gegnern und Befürwortern auch zu Handgreiflichkeiten. Der Streit über die Atomkraft spaltete Familien, und Ehen gingen darüber zu Bruch. Uwe Leitner gehörte schon damals zu den Befürwortern.

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Das Recht der Bulldozer

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Al-Araqib ist ein nicht anerkanntes Beduinendorf in der Negev-Wüste. Israel beansprucht das Land für sich – und walzte den Ort ohne Erbarmen nieder. Vom Kampf einer Minderheit.

Dieser Trümmerhaufen war einst Abdallah Abu Mdagims Haus - bevor die Bulldozer der Israelischen Landbehörde kamen Foto: Kobi Wolf

Dieser Trümmerhaufen war einst Abdallah Abu Mdagims Haus - bevor die Bulldozer der Israelischen Landbehörde kamen Foto: Kobi Wolf

Eigentlich könnte Abdallah Abu Mdagim einfach wegziehen. Er könnte sich ein Haus kaufen, im nahen Ashdod an der israelischen Mittelmeerküste und mit seiner Frau und den zehn Kindern die Wüste hinter sich lassen. Sein schwarzer Mercedes S-Klasse steht blankgewienert im Staub neben der dürftig zusammengezimmerten Hütte aus Holzlatten und Plastikplane. Dem Wagen nach zu urteilen scheitert es nicht am Geld. Doch Abdallah Abu Mdagim will sein Dorf nicht verlassen.

“Das ist mein Land”, sagt der 41-jährige Beduine mit der Fliegersonnenbrille und dem buschigen Schnauzbart, der ihm fast bis zu den Ohren reicht. Er wolle sich nicht vertreiben lassen, egal was passiert. Der Satz klingt nach einer leeren Drohung angesichts des großen Haufens aus Schutt und Zementbrocken, der von seinem Haus übrig geblieben ist.

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