Araber und linke Juden demonstrieren im Ostjerusalemer Stadtteil Sheikh Jarrah gegen die Vertreibung palästinensischer Familien aus ihren Häusern und gegen national-religiöse Siedler, die das Land für sich beanspruchen.

Maysoon Ghawi, 43, mit ihrer zweijährigen Tochter Sara im Zelt vor ihrem ehemaligen Haus
Seit einem halben Jahr hat Nasser Ghawi sein Haus nur mehr von außen gesehen. Im August des letzten Jahres, um halb fünf Uhr morgens, kam die israelische Polizei und vertrieb den 53-jährige Palästinenser mit seiner Frau und den fünf Kindern aus seinem Haus im Ostjerusalemer Stadtteil Sheikh Jarrah. Sein Hab und Gut wurde mit einem Lastwagen abtransportiert. Seitdem sitzt die arabische Familie Tag für Tag in einem hastig aufgebauten Zelt und blickt auf die gegenüberliegende Straßenseite. In ihrem Haus wohnen jetzt national-religiöse israelische Siedler. Alle Eingänge sind versperrt. Die neuen Bewohner wollen mit niemandem sprechen, weder mit Journalisten, noch mit einem der zahlreichen Aktivisten, die sich seit der Hausräumung zur Familie Ghawi auf die Straße gesellt haben. Am Zaun und den Fenstern des Hauses flattern israelische Fähnchen im Wind.
