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Blick ins Dickicht

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Die Eltern des israelischen Malers Eldar Farber haben den Holocaust nur knapp überlebt. Ausgerechnet der symbolträchtige deutsche Wald ist sein bevorzugtes Motiv. Eine Suche nach innerem Frieden

Eldar Farber in der Galerie Alon Segev in Tel Aviv, Foto: Eddie Gerald

Eldar Farber in der Galerie Alon Segev in Tel Aviv, Foto: Eddie Gerald

Eldar Farber malt Wälder. Dichte, tiefe, dunkle Wälder, deren Dickicht nur hie und da ein paar Sonnenstrahlen erhellen. Als Kind hatte Farber vor dem Einschlafen von solchen Wäldern geträumt. Voller Wohlgefühl pflückte er darin Beeren und Nüsse von den Sträuchern. Gesehen hat er die Wälder seiner Träume zum ersten Mal vor fünf Jahren – mit 35, in Berlin und Umgebung. In Deutschland – in dem Land, in dem seine Eltern nur knapp dem Tod entkamen. “Ich hatte das Gefühl, diese Orte zu kennen”, sagt Farber nachdenklich. “Dabei gibt es solche Wälder in Israel gar nicht.” Sein Blick schweift in die Ferne, bleibt starr an einem unsichtbaren, weit entfernten Punkt haften. “Fast so, als wären die Wälder in meinen Genen kodiert.”
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Die Gegenwart tritt vor die Vergangenheit: Berlin wird zum Sehnsuchtsort junger Israelis.

Es gibt ein Zauberwort in Tel Aviv, und es lautet Berlin. »Wenn einer meiner Freunde nicht in Israel ist, muss ich gar nicht fragen, wo er steckt«, sagt Jasmin Skurnik-Glikzelig, »er ist in Berlin.« Die 26-Jährige mit der Bettie-Page-Frisur im Fünfziger-Jahre-Stil ist Managerin des Salons Berlin, einer Bar im Zentrum von Tel Aviv: braune Holzvertäfelung an der Decke, Plastikrosen und Häkeldeckchen auf den Tischen, minimalistisches Elektro-Plingplong aus den Lautsprechern.

»Früher gab es viele Damenbekleidungsgeschäfte in Tel Aviv, die sich Salon nannten«, erklärt Jasmin Skurnik-Glikzelig. »Salon Paris, Salon Budapest«, zählt sie auf, »aber einen Salon Berlin, den gab es natürlich nicht.« Zu verhasst waren Deutschland und alles, was von dort kam, in Israel. Die Überlebenden des Holocaust und ihre Nachkommen wollten durch nichts an das Land ihrer Peiniger erinnert werden. Nun hat sich etwas verändert in Israel, zuvörderst in Tel Aviv.

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