Tag Archives: Gaza

Aloha Gaza

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»Surfing for Peace«: Der Gaza Surf Club hat beste Freunde in Israel und Amerika.

Surfer im Gaza-Streifen: Im Wasser wird der Streit um Land unwichtig. Foto: Fredy Gareis

Surfer im Gaza-Streifen: Im Wasser sind alle Konflikte um Land egal. Foto: Fredy Gareis

Jede Minute draußen auf dem Meer ist eine Minute gewonnener Freiheit. Der 31-jährige Palästinenser Achmed Abu Hassira surft jede Welle, die ihm unters Brett kommt. Jeden Tag, egal wie das Wetter ist. »In Gaza gibt es keine Zukunft«, sagt er, »aber auf dem Meer fühle ich mich frei«, auf dem Meer vor der Küste des seit vier Jahren von Israel abgeriegelten Gazastreifens.

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Die vergessenen Siedler

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Vor fünf Jahren räumten israelische Soldaten den Siedlungsblock Gush Katif im Gaza-Streifen. Viele der ehemaligen Bewohner warten immer noch auf ein neues Zuhause

Hier soll Dikla Cohens neues Haus bald stehen.

Nicht in Gaza, dafür mit Panoramablick aufs Westjordanland: Hier soll Dikla Cohens neues Haus bald stehen. Die Siedlerin will lieber zurück nach Gush Katif.

Widerwillig blickt Dikla Cohen von der staubigen Straße aus auf die planierte Geröllfläche. Hier soll bald ihr neues Haus entstehen. 500 Quadratmeter auf zwei Etagen. Am Osthang eines Hügels, von dem aus man die Palästinensergebiete überblicken kann. In Mitten der bislang relativ unbewohnten Lachisch-Gegend in Israel. „Eigentlich will ich gar nicht mit dem Bau beginnen“, sagt Cohen missmutig. „Denn dann muss ich ein Kapitel schließen, mit dem ich noch gar nicht fertig bin.“

Das Kapitel heißt Gush Katif. Vor genau fünf Jahren, zwang die israelische Armee rund 8.800 jüdische Siedler, die bis dahin in 21 Siedlungen im Gazastreifen gelebt hatten, ihre Häuser zu verlassen. Dikla Cohen war eine von ihnen. Nach langer politischer Diskussion, über der sogar die damalige Regierungspartei Likud zerbrach, hatte das israelische Kabinett den so genannten „einseitigen Abzugsplan“ des damaligen Ministerpräsidenten Ariel Sharon gebilligt. Der Plan sah vor, alle israelischen Siedlungen im Gazastreifen und vier israelische Siedlungen im Westjordanland zu räumen. Einige Siedler gingen freiwillige. Dikla Cohen, ihr Ehemann und ihre neun Kinder weigerten sich. Soldaten mussten die Türe zu ihrem Haus eintreten und die 11-köpfige Familie ins Freie tragen. „Ich wollte nicht, dass mir meine Kinder eines Tages Vorwürfe machen, dass ich sie aus Gush Katif weggebracht habe“, erklärt Cohen. „Sie sollten mit eigenen Augen sehen, dass es israelische Soldaten waren, die uns vertrieben haben.“

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Schlaflos in Gaza und Jerusalem

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Vier Palästinenserinnen dokumentieren auf Youtube ihren Alltag. Sie nehmen die Zuschauer mit in den Zoo, auf Partys – oder zu Protesten gegen israelische Soldaten

Von oben links im Urzeigersinn: Berlanti Azzam, Nagham Mohanna, Ala' Kahyo Mkari, Ashira Ramdan (Stills: Pina Production)

Von oben links im Urzeigersinn: Berlanti Azzam, Nagham Mohanna, Ala' Kahyo Mkari, Ashira Ramadan (Stills: Pina TV Productions)

Sie haben eine Botschaft und die Welt soll sie hören: „Wir sind ganz normale Menschen“, sagt Ashira Ramadan energisch. Fast schreit sie den Satz. Dann schlägt die junge Frau mit den schulterlangen, schwarzen Haaren mit der flachen Hand auf den Tisch. „Wir sind nicht nur Terroristen, oder Zahlen in den Nachrichten.“

Um der Welt ihre ganz persönliche Wahrheit zu zeigen, hat sich die 25-jährige Palästinenserin als Protagonistin für ein Videoprojekt beworben. Vier junge Frauen aus Ostjerusalem, dem Westjordanland und dem Gazastreifen zeigen seit dem 1. März ihr Leben als Videotagebuch auf Youtube. Sie gehören zur gebildeten palästinensischen Mittelschicht, haben zum Teil im Ausland studiert. Nur eine trägt ein Kopftuch. In den Folgen sprechen sie Englisch und wollen damit erreichen, dass die Menschen rund um den Globus verstehen: Wir sind genau wie ihr!

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