»Surfing for Peace«: Der Gaza Surf Club hat beste Freunde in Israel und Amerika.
Surfer im Gaza-Streifen: Im Wasser sind alle Konflikte um Land egal. Foto: Fredy Gareis
Jede Minute draußen auf dem Meer ist eine Minute gewonnener Freiheit. Der 31-jährige Palästinenser Achmed Abu Hassira surft jede Welle, die ihm unters Brett kommt. Jeden Tag, egal wie das Wetter ist. »In Gaza gibt es keine Zukunft«, sagt er, »aber auf dem Meer fühle ich mich frei«, auf dem Meer vor der Küste des seit vier Jahren von Israel abgeriegelten Gazastreifens.
Die Gegenwart tritt vor die Vergangenheit: Berlin wird zum Sehnsuchtsort junger Israelis.
Es gibt ein Zauberwort in Tel Aviv, und es lautet Berlin. »Wenn einer meiner Freunde nicht in Israel ist, muss ich gar nicht fragen, wo er steckt«, sagt Jasmin Skurnik-Glikzelig, »er ist in Berlin.« Die 26-Jährige mit der Bettie-Page-Frisur im Fünfziger-Jahre-Stil ist Managerin des Salons Berlin, einer Bar im Zentrum von Tel Aviv: braune Holzvertäfelung an der Decke, Plastikrosen und Häkeldeckchen auf den Tischen, minimalistisches Elektro-Plingplong aus den Lautsprechern.
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»Früher gab es viele Damenbekleidungsgeschäfte in Tel Aviv, die sich Salon nannten«, erklärt Jasmin Skurnik-Glikzelig. »Salon Paris, Salon Budapest«, zählt sie auf, »aber einen Salon Berlin, den gab es natürlich nicht.« Zu verhasst waren Deutschland und alles, was von dort kam, in Israel. Die Überlebenden des Holocaust und ihre Nachkommen wollten durch nichts an das Land ihrer Peiniger erinnert werden. Nun hat sich etwas verändert in Israel, zuvörderst in Tel Aviv.